Warum?
Soziale Medien, Multiplattform-Inhalteanbieter, persönliche Kommunikation und zunehmend auch vernetzte Sensoren liefern einen kontinuierlichen, ständig wachsenden Datenstrom in Echtzeit. Bisher haben nur wenige Nutzer ständigen Zugang zu den notwendigen Werkzeugen, um diese Informationen sinnvoll zu durchforsten und aufzubereiten. Insbesondere der Journalismus muss hier mit zukunftsfähigen Technologien ausgestattet werden. Damit können die journalistischen Kernaufgaben – wie Daten aufbereiten, analysieren und als verständliche Berichterstattung veröffentlichen – gesichert und ausgebaut werden. Das ist von hoher technologischer, aber auch gesellschaftlicher Relevanz, um der möglichst vielen Menschen verlässliche Information und Orientierung zu liefern. Die neuen Technologien sind auch für Fortbestand unabhängiger, agiler Medienunternehmen unerlässlich. Durch die Möglichkeit Datenströme mit unterschiedlichen Inhalten zu filtern, zu überprüfen und einzuordnen entstehen neue Angebote. Dazu sind redaktionelle Systeme und Werkzeuge erforderlich, die diese Prozesse auf Anwenderebene effizient unterstützen. Diese journalistischen Mehrwerte entscheiden mit darüber, wie sich die Geschäftsmodelle von Medienunternehmen zukünftig gestalten lassen. Dieser Herausforderung stellt sich das vom Bundesministerium für Forschung und Bildung geförderte Projekt „News-Stream“.

Was?
Das Hauptprojektziel ist die echtzeitnahe Verarbeitung von hochdynamischen, unstrukturierten Nachrichtenströmen und die gleichzeitige Anreicherung mit bereits verarbeiteten und archivierten, strukturierten Nachrichtendaten, sowie mit externen Wissensbasen aus der Linked-Open-Data-Welt. Dazu werden journalistische Werkzeuge konzipiert und realisiert, in einer Big-Data-Architektur integriert und Medienorganisationen bereitgestellt werden. In der Anwendung soll sich daraus eine bessere Sicht auf verschiedenste Nachrichtenquellen ergeben, die eine multimodale, kontextualisierte Recherche in Echtzeit ermöglicht. Anwenderziel von „News-Stream“ ist es, Journalisten ein Portfolio an redaktionellen Werkzeugen zur Verfügung zu stellen, das sie flexibel und ohne technischen Aufwand in ihren Arbeitsablauf integrieren können. Im zweiten Projektjahr sind erste Demonstratoren entstanden, die zeigen, wie News-Stream im Medienalltag funktionier

Wie?
Die in News-Stream zur Anwendung kommenden Big-Data-Technologien ermöglichen die Verarbeitung von großen Datenmengen mit automatisierten Analyseverfahren. Algorithmen helfen nicht nur bei der Analyse von Texten, sondern auch audiovisuellen Inhalten. Audios und Videos werden strukturiert und durchsuchbar gemacht. So kann die Informationsflut besser bewältigt werden und es bleibt mehr Zeit für journalistische Kernaufgaben. Für Journalisten, Agenturen und Pressestellen soll durch News-Stream sowohl die Recherche, die Themen- und Medienbeobachtung als auch die Erstellung von Nachrichtenartikeln leichter werden. Die bisher entstandenen Tools erlauben die Beobachtung von Twitter-Nachrichten, die Überwachung von Video-Strömen, die Analyse der Verbreitung von Agentur- und Pressemeldungen sowie die direkte Verknüpfung von Textzitaten zum Originalton. So werden Journalisten bei investigativen Recherchen unterstützt, sie sparen Zeit beim Screening von politischen Debatten und bekommen neue Möglichkeiten, Text mit Audio und Film zu verknüpfen. Eine Reihe konkreter Nutzungsszenarien sind bereits in dem Forschungsprojekt entstanden und werden jetzt weiter entwickelt.